Philosophie

Einander verstehen ist die Basis für ein konfliktfreies Zusammenleben zwischen Mensch und Hund. Oft hat man das Gefühl, man kommuniziert am eigenen Hund vorbei und der Hund versteht nicht, was man von ihm möchte. Wenn ein Hund in seine neue Menschenfamilie aufgenommen wird, muss er versuchen, aus den Worten und oft widersprüchlichen Gesten herauszulesen, was die Menschen ihm sagen möchten. Gleichzeitig will er seinen Menschen mitteilen, was aus seiner Sicht im Leben bzw. zum Überleben wichtig ist. Damit Mensch und Hund sich verstehen, sollte der Mensch lernen, die Welt auch aus der Sicht des Hundes zu betrachten.

Ein Grossteil der Hunde ist heute in der Regel arbeitslos und auf die Verhaltensform "brav sein" und den täglichen Spaziergang reduziert. Vielen Hundehaltern sind die arteigenen Bedürfnisse und Talente nur wenig oder auch gar nicht bekannt, obschon sie ihr Leben oft sehr liebevoll mit ihren Hunden teilen. So wie die Urväter der heutigen Haushunde, die Wölfe, ihr Instinktverhalten zum Überleben brauchten, leben auch die heutigen Haushunde noch nach ihren natürlichen Veranlagungen. Hunde sind auch heute noch in erster Linie soziale Beutegreifer, die gemeinsam mit Rudelmitgliedern in Sicherheit leben, sich fortpflanzen und jagen möchten. Natürlich können wir in der heutigen Lebensweise nicht einfach die Haustüre öffnen und unseren Hund, nach gemeinsamer Jagd mit dem Nachbarshund, wieder fröhlich in unserem Wohnzimmer empfangen.

Wir können jedoch die natürlichen Instinkte und Bedürfnisse des Hundes nutzen für eine erfolgreiche Erziehung, indem wir ihn aus seiner Sicht sinnvoll beschäftigen. Um artgerecht zu leben, benötigen Hunde Sozialpartner, die ihnen eine vernünftige Führung bieten, auf die sie sich bei Gefahr verlassen können, die für Ordnung, Klarheit und Geborgenheit sorgen und die sie und ihre Bedürfnisse verstehen.
Eine Beschäftigung kann im Rahmen einer gemeinsamen, sinnvollen Ersatzjagd im "Familienrudel" als Mensch-Hund-Team stattfinden. Die Beute ist beispielsweise ein mit Futter gefüllter Leinenbeutel, der durch das Mensch-Hund-Team gemeinsam gesucht und erbeutet wird. Der Hund erhält auf diese Weise wieder eine "biologische" Beschäftigung: jagen und fressen. Der langweilige Futternapf, der immer zur gleichen Tageszeit das Futter bereit hält, fällt somit weg.

Meine Philosophie stützt sich auf das Erziehungsmodell von Jan Nijboer (Dozent und Buchautor, Inhaber der internationalen Natural Dogmanship®-Zentrale in Deutschland).
Bei diesem hundegerechten Erziehungsmodell geht es darum aufzuzeigen, wie der Mensch die natürlichen Instinkte seines Hundes (besonders den Jagdinstinkt) kennen lernt und diese für eine sinnvolle Erziehung nutzen kann.
Es ist eine Philosophie, die auf Respekt, Verständnis und Spass beruht.